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Wasserturm: Stadt reagiert auf Vorstoß von Friedrichsplatz e. V. für mehr großstädtisches Flair am Abend

Fontänen sollen länger sprudeln

Vom Redaktionsmitglied des Mannheimer Morgens, Peter W. Ragge

Die Fontänen am Wasserturm sollen zumindest im Sommer abends länger laufen. "Dass da ab 22 Uhr schon alles still und dunkel ist, macht doch keinen großstädtischen Eindruck", begründet Harald Steiger, der neue Vorsitzende des Friedrichsplatz e.V., seinen Vorstoß beim Oberbürgermeister, der dort auch auf Sympathie stieß: "Ich denke schon, dass man das machen kann, warum nicht", reagierte OB Dr. Peter Kurz dazu auf Anfrage des "MM". Die Straßencafés rund um den Friedrichsplatz haben für ihre unter den Arkaden im Freien stehenden Tische eine Konzession bis Mitternacht. "Man hat da ja einen herrlichen Blick, sitzt da wie auf einer Piazzetta in Italien", so Steiger: "Eigentlich bieten wir hier den Mannheimern und Gästen ein herrliches Flair!" Doch schon um 22 Uhr fielen bisher die Fontänen in sich zusammen, die Scheinwerfer der Wasserspiele wurden dunkel. "Auf einmal ist alles weg, alles dunkel - und schon geht die Stimmung runter", hat Harald Steiger beobachtet. Und nicht nur für die Gäste der Cafés wünscht sich der Vereinsvorsitzende eine längere schöne abendliche Atmosphäre rund um Mannheims Wahrzeichen. "Wenn das Publikum nachts aus dem Theater oder aus dem Rosengarten kommt und dort vorbeiflaniert, sieht es auch nicht schön aus, wenn alles düster ist", argumentiert Steiger. Nachdem die Bürgerschaft viel Geld für die Restaurierung des Friedrichsplatzes gespendet habe, nämlich 800 000 Euro über den Verein Stadtbild, "könnte die Stadt da durchaus jetzt auch mal den Bürgern entgegenkommen", findet Steiger.

229 300 Euro Kosten

Die MVV Energie AG betreibt die Wasserspiele, aber im Auftrag der Stadt. Die Kosten betragen nach Auskunft der Stadt jährlich 229 300 Euro, was einem Stundensatz von 118,69 Euro entspricht. Auf Weisung aus dem OB-Dezernat starten die Wasserspiele versuchsweise seit einigen Wochen werktags erst um 12 Uhr, dafür bis 23 Uhr. Das sei, so die Stadt, "kostenneutral", zumal in der letzten Stunde kein Techniker mehr da ist, wenn eine Panne passiert. "Auf die Laufzeit von sechs Monaten gesehen, würde eine Verlängerung von einer Stunde pro Tag 23 263 Euro Mehrkosten bedeuten", rechnet das Immobilienmanagement der Stadt vor. "Wenn es sein muss, schaltet man eben vormittags später ein oder dehnt die Mittagspause aus", signalisiert Steiger Kompromissbereitschaft. Der von ihm geführte Verein will auch versuchen, weitere Hauseigentümer am Friedrichsplatz dafür zu gewinnen, ihre Fassaden abends anzustrahlen - möglichst nach dem einheitlichen Beleuchtungskonzept, mit dem viele Verzierungen der Jugendstilfassaden bei Dunkelheit besonders hervorgehoben werden. 2007 fungierten da bereits die Eigentümer vom Haus Friedrichsplatz 8 als Vorreiter. "Da ist leider noch viel Überzeugungsarbeit bei den Eigentümergemeinschaften nötig", bedauert Steiger, "aber wir sind dran".

Gesamtensemble erhalten

Früher im Verein Mannheimer Kegler tätig sowie lange im Berufsverband engagiert, übernahm der für die Nürnberger Versicherungsgruppe tätige Finanzfachwirt den von "Onyx"-Inhaber Can Gürsel seit fünf Jahren aufgebauten Friedrichsplatz e.V. Er betreibt ganz in der Nähe des Friedrichsplatzes die Versicherungs- und Finanzierungsvermittlung "Char und Steiger". "Ich bin ein Mannheimer Kind und denke, wir haben hier eine tolle, für das Stadtbild wichtige Anlage, da will ich alles tun, dieses wunderschöne Gesamtensemble zu pflegen und zu erhalten", beschreibt der 48-jährige Neckarauer seine Motivation, den Vereinsvorsitz zu übernehmen. Auch unter seiner Leitung soll das Arkadenfest mit Feuerwerk über dem Friedrichsplatz fortgesetzt werden, das am Samstag, 18. September stattfindet: "Das ist ja nicht einfach ein Straßenfest, sondern schon etwas Besonderes - und das soll es bleiben", kündigt Steiger an. "

Mannheimer Morgen
14. September 2010


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