Headerbild: Mannheimer Wasserturm

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Friedrichsplatz: Mit Kunst und Kultur feiern Anwohner und Gäste aus nah und fern rund um den Wasserturm / „Hier passt einfach alles“

Gemütlichkeit unter den Arkaden

Kein Auto weit und breit zu sehen. Die Wasserfontäne zeigt sich im gelben Abendlicht von ihrer schönsten Seite. Sogar die Kaninchen wagen sich aus ihren sicheren Eibenhecken heraus und beobachten aufmerksam das bunte Treiben der vielen Menschen, die auf den Straßen rund um den Wassertrum flanieren. Der Höhepunkt des Abends kündigt sich mit zwei mächtigen Donnerschlägen an: Ein brillantes Feuerwerk erleuchtet zu passender Musik den Wasserturm und hüllt die Fontänen in gelbliche Nebelschwaden. Raketen schießen in rascher Abfolge in den dunklen Nachthimmel. Sie verkünden das offizielle Ende des Arkadenfestes am Friedrichsplatz.

"Das Feuerwerk ist nicht so hoch, da hat man das Gefühl, näher am Geschehen zu sein. Man sieht auch besser, wie sich die bunten Sterne entfalten", stellt Festbesucher Jens Hornung fest. Die Kaninchen haben sich bereits in ihren Höhlen verkrochen, während einige der zweibeinigen Nachtschwärmer noch lange nicht an den Heimweg denken. Es ist einfach zu gemütlich, rund um den Platz in schönem Ambiente unter den Arkaden oder auf der Straße zu sitzen - das steht für die meisten Besucher außer Frage. Der Tenor ist eindeutig: In einer der schönsten Jugendstilanlagen Deutschlands herrscht eine besondere Stimmung und Atmosphäre.

"Das Ambiente passt"

"Heute Mittag haben wir einmal kurz gezittert, weil es ein paar Tropfen regnete. Aber dann kam die Sonne wieder zum Vorschein. Es hat sich auch gezeigt, dass der Termin im September der bessere ist. Im letzten Jahr mussten wir ja früher feiern wegen der Autosymphonic", freut sich der Vorsitzende des Vereins Friedrichsplatz, Harald Steiger. Nicht nur er ist rundum zufrieden. "Das Experiment hat geklappt. Der Laden brummt. Wir kommen kaum nach, Sekt auszuschenken", freut sich Xenia Beyrich-Graf von den Soroptimistinnen, einem Frauen-Serviceclub, der den Erlös für Frauen- und Kinderprojekte des Interkulturellen Bildungszentrums (ikubiz) spendet.

Ebenso wie die Soroptimistinnen beteiligt sich erstmals Robert Kurey, der an seinem Stand Prosecco verkauft. Vor dem großen Sturm genießt er noch die letzten Sonnenstrahlen. Das ändert sich schlagartig, als Punkt 18 Uhr die Straße vom Autolärm befreit ist, Lilos Big Band den musikalischen Ton angibt und tausende Menschen die Straße entlang flanieren. "Als Anwohner freuen wir uns jedes Jahr, das Ambiente beim Arkadenfest zu genießen. Deshalb sitzen wir hier gemütlich auf einer Bierbank. Das ist die schönste Art zu feiern, weil das eben unser Wasserturm ist. Der Friedrichsplatz ist doch unser Wohnzimmer", sagen vier Fest- Besucher, die gleich um die Ecke wohnen.

Unterdessen herrscht in der Galerie "theuer + scherr" ein reges Gewusel. Kinder malen eigene Kunstwerke. Marlon und Laszlo sind mit dem Ergebnis zufrieden. "Das ist schön, weil grün meine Lieblingsfarbe ist", stellen die beiden Dreijährigen übereinstimmend fest. Dass beim Bemalen der eigenen Leinwand die Hände verkleckern, ist fast schon selbstverständlich. Den Buben ist das zu später Stunde aber ziemlich egal.

Vor der Goldschmiede am Wasserturm schmilzt Martin Steinhorst Eisen. Fasziniert sind Christa und Yvonne Zeis, die dem Goldschmied genau über die Schulter schauen. "Das ist toll, es sind wirklich schöne Sachen, die er da fertigt. Auch das Fest nehmen wir noch mit", freuen sich die zwei Frauen, die anschließend unter den Arkaden hindurch schlendern. Dort bei der Band "The Flames" stehen Gudrun und Edward Fuhrmann mit Hans Maurer. Für sie steht fest: "Beim Arkadenfest passt einfach alles."

Mannheimer Morgen
17. September 2012


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