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Mannheim: Turnfest

Anwohner beklagen Sperrung am Friedrichsplatz

Zahlreiche Umleitungen und Einschränkungen rund um den Wasserturm bei der Großveranstaltung

"Schon dreist, wie die Stadtväter mit uns Bürgern umgehen", schimpfte Tina Weise - und sie war nicht allein. Bei einer Veranstaltung des Friedrichsplatz-Vereins, in dem die Anwohner und Gewerbetreibenden rund um den Wasserturm organisiert sind, machten viele nun ihrem Ärger über das Turnfest Luft. Das wird dort nämlich zu zahlreichen Umleitungen, Sperrungen und Einschränkungen führen.

Schon ab dem 11. Mai, also gleich Ende dieser Woche, geht es mit Aufbauten innerhalb der Grünanlage los, die dann von Passanten nicht mehr durchquert werden kann. In der Augustaanlage ab der Otto-Beck-Straße und rund um den Wasserturm entsteht nämlich die sogenannte "Turnfestmeile" - und schon für deren Aufbau gibt es einige Sperrungen. Täglich ab 16 Uhr wird ab dem 18. Mai dann der Haupt- und Durchgangsverkehr ganz aus diesem Abschnitt herausgenommen, zuvor ist nur eine Spur befahrbar. Es fallen zahlreiche Parkplätze weg, Wege und Straßen sind blockiert.

Praktisch völlig zum Erliegen kommt der Verkehr am Friedrichsplatz am Samstag, 18. Mai, zur Eröffnungsfeier mit vorgelagertem Festumzug; und schon am Vorabend soll es
ab 21.30 Uhr eine Generalprobe geben.

"Die Autosymphonic war harmlos dagegen", klagte Harald Steiger, der erste Vorsitzende des Friedrichsplatz-Vereins. "Da ist ja jeden Abend Party", erschreckte Tina Weise mit Blick auf das Programm der Turnfestmeile, wo zwei Bühnen mit Musikprogramm - am Wasserturm und in der Augustaanlage - vorgesehen sind. "Jeden Tag bis in die Nacht - das ist schon heftig, hier wohnen ja Leute", so Franziska Etsch. "Keine Stadt macht so etwas in ihrer Schmuckanlage", wunderte sich Mirjana Keza. "Die überbauen hier ja sogar die Grünanlage und lassen das Wasser ab", wusste Tina Weise. "Und hinterher ist wieder alles kaputt", fürchtete Inge Bichelmeier. "Warum macht man das nicht in einem Stadion oder auf dem Maimarktgelände", fragte sich Keza.

"Natürlich ist das für Mannheim eine wichtige und tolle Veranstaltung, und natürlich muss man auch mal am Wasserturm so etwas feiern - aber warum eine ganze Woche", meinte Harald Steiger kopfschüttelnd. "Eine Woche lang sind hier alle Geschäfte, alle Arztpraxen blockiert, das geht nicht", so Tina Weise.

Die Anwohner seien zwar einmal informiert, aber letztlich vom Ausmaß der Veranstaltung und den Einschränkungen "enorm überrascht worden", so der Vereinsvorsitzende. Ende April habe dann ein dreiseitiges Schreiben der Stadt im Briefkasten gelegen, in dem lapidar mitgeteilt wurde, wann man wo nicht fahren, laufen und parken könne. "Das ärgert uns schon, wie das kommuniziert wurde!"

Peter W. Ragge, Mannheimer Morgen
06.05.2013


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