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Wasserturmanlage: Verein der Anwohner und Gastronomen beklagen "Raserei" /
Straßen zum Arkadenfest gesperrt

Unfallschwerpunkt am Friedrichsplatz?

Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge

Die Friedrichsplatzanlage wird nach Ansicht der dort ansässigen Anwohner und Geschäftsleute zu einem Unfallbrennpunkt. Davor hat der Friedrichsplatz e. V. gewarnt. Er fordert deshalb von der Stadt, die Fahrbahnen entlang der Arkaden zu einer verkehrsberuhigten Zone zu erklären, dort ein Tempolimit auf 30 Stundenkilometer einzuführen, Geschwindigkeitsmessanlagen oder zumindest entsprechende Warntafeln zu installieren, die aufleuchten, wenn jemand sie zu schnell passiert.

"Leider kommt es immer häufiger vor, dass Fahrzeuge hier viel zu schnell um das Rund der Friedrichsplatzanlage fahren", schrieb Harald Steiger, erster Vorsitzender des Friedrichsplatz e. V., an Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. Er zählte in den zurückliegenden eineinhalb Jahren bereits fünf Unfälle am Friedrichsplatz, "bisher noch ohne Personenschäden, was eine mehr als glückliche Situation ist, da es insgesamt vier Restaurants mit Außenbestuhlung in den Arkaden gibt", warnt Steiger in seinem Brief.

"Balzverhalten" vor den Cafés

"Es gibt da Raser, die machen richtige Wettrennen, um den Gästen der Cafés zu imponieren", beobachtete der Vorsitzende des Vereins, der Anwohner, Freiberufler, Geschäftsleute und Gastronomen dort vertritt. Das bestätigt Can Gürsel, Inhaber von "onyx bar & restaurant" am Friedrichsplatz: Er beklagt "ein richtiges Balzverhalten mit Autofahrern, die hier den Motor aufdrehen und durchheizen". Das sei bei allen vier Gastronomen, die hier Cafés unter den Arkaden hätten, "ein großes Thema": "Dass die Autos hier vorbeirasen, hat klar zugenommen", glaubt Can Gürsel.

"Wenn die jungen Leute ihre Motoren aufheulen lassen, heißt das noch nicht, dass sie auch rasen - meist hat man doch auf der kurzen Strecke ohnehin keine freie Fahrt", entgegnet dagegen Martin Boll, der Pressesprecher der Polizei. Das seien "meist subjektive Eindrücke". Er geht nicht davon aus, dass es am Friedrichsplatz viele Geschwindigkeitsübertretungen gibt. Dennoch bestätigt er, dass sich der Friedrichsplatz zu einem Unfallbrennpunkt entwickelt: 2010 ereigneten sich 18 Unfälle, 2011 bisher schon elf. Meist seien es aber Zusammenstöße beim Einbiegen von der Augustaanlage kommend auf den Friedrichsplatz.

Am kommenden Samstag ist der Bereich rund um die Wasserturmanlage ohnehin für den Autoverkehr gesperrt: Ab 18 Uhr feiert der Verein hier sein Arkadenfest - erstmals schon im Juli und nicht erst im September, um nicht mit der "autosymphonic" zu kollidieren. Zusätzlich zu den ohnehin ansässigen Gastronomen gibt es zahlreiche Stände unter den Arkaden, viel Livemusik, Angebote für Kinder in der Galerie theuer + scherr und gegen 23 Uhr zum Finale ein großes Musikfeuerwerk.

Mannheimer Morgen
19. Juli 2011


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